5 Managementthesen rund um die Vorfälle von Köln – Was man aus den Ereignissen der Silvesternacht für das eigene Management lernen kann!

140204_Heiko_BusinessUnabhängig, wo man politisch und gesellschaftlich steht: Die Übergriffe in der Silvesternacht in Köln und in anderen Städten sind nicht tolerierbar. Da sind sich alle einig und deshalb will ich mich in diesem Blogbeitrag für Entscheider auch nicht inhaltlich damit beschäftigen. Mir geht es vielmehr darum, was man aus den Kommunikations- und Führungsfehlern der gewählten oder ernannten „Führungskräfte“ lernen kann.

These 1: Wenn es auch nur eine geringe Wahrscheinlichkeit dafür gibt, dass die Wahrheit ans Licht kommt, bleiben Sie bei der Wahrheit!

Es gibt nichts Schlimmeres für die Glaubwürdigkeit als beim Lügen ertappt zu werden. So ging es vielen, die in die Ereignisse involviert waren und ein Statement abgaben, das sich im Nachhinein als falsch herausstellte. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Lüge als solche enttarnt wird, ist heute aufgrund der vielfältigen Kommunikationskanäle wesentlich größer als das früher noch der Fall war. Deshalb: Möchten Sie glaubwürdig bleiben, dann bleiben Sie am besten bei der Wahrheit.

These 2: Stehen Sie hinter Ihren Leuten!

Gerade wenn etwas schief läuft, dann stehen Sie zu Ihren Leuten und stellen Sie sich vor sie. Sie werden es Ihnen danken. Tun Sie das nicht, dann geht es Ihnen wie dem nunmehr in den einstweiligen Ruhestand versetzten Polizeipräsidenten von Köln. Auf einmal tauchten geheime Einsatzberichte sowohl in den sozialen als auch in den Printmedien auf. Es gab im Fernsehen Interviews mit Polizisten, die ihrem Chef „unerkannt“ widersprachen. Fragen Sie sich einmal, warum ein Mitarbeiter ein Interesse daran haben kann, seinen obersten Chef so zu beschädigen, ohne einen direkten Vorteil davon zu haben!

These 3: Lösungen brauchen klar benannte Probleme!

Nur, wenn man das Problem klar beschreiben und benennen kann, kann man auch eine Lösung dazu finden. Um eine Lösung zu finden, ist es wichtig, dass man allen Beteiligten klar sagt, welchen Zustand es zu verändern gilt, und welches Ziel man als Wunschziel anstrebt. Und wenn alle beteiligt sind, dann muss man auch allen das Problem klar und deutlich kommunizieren.

These 4: Lösen Sie die Ursache!

Unter dem Hashtag #einearmlaengeabstand wurde in den sozialen Netzwerken schnell deutlich, wie lächerlich es ist, nicht die Ursachen zu bekämpfen, sondern das Problem an eine andere Stelle zu verlagern. Da gab die Oberbürgermeisterin als Tipp zur Vermeidung solcher Vorfälle -unbedarft und wahrscheinlich auch nicht so gemeint-, dass Frauen in Zukunft eine Armlänge Abstand vor möglichen Angreifern halten sollten. Die Folge war ein Aufschrei der Entrüstung, weil eben nicht die Ursache angegangen wurde.
Die Kosten innerhalb eines Unternehmens werden ja auch nicht geringer, weil ich diese nun statt meiner Kostenstelle der meines Kollegen zurechne, oder?

These 5: Relativiere dein Bewertungsraster nicht!

Gut ist gut und schlecht ist schlecht. Dabei sollte es auch bleiben. Ob ein Deutscher eine Straftat begeht oder ein Asylbewerber ist egal, denn Verbrecher bleibt Verbrecher! Im Geschäftsleben bedeutet das: Ein und dasselbe Fehlverhalten sollte nicht bei dem einen Mitarbeiter so und bei dem anderen anders bewertet werden. Nur, wer mit gleichen Maßstäben misst, bleibt glaubwürdig.
Haben Sie noch weitere Thesen? Dann her damit!

Liebe Grüße

Heiko Banaszak

4 Gedanken zu „5 Managementthesen rund um die Vorfälle von Köln – Was man aus den Ereignissen der Silvesternacht für das eigene Management lernen kann!“

  1. Der Blogpost bringt es sowas von auf den Punkt.

    Unter 3. hätte ich vielleicht noch ergänzt, dass man auch dazu stehen sollte, wenn ein Problem sehr komplex ist und es keine schnelle Lösungen gibt. Aber auch da hilft nicht Flinte ins Korn werfen, sondern mit Fleiß und Intelligenz die angestrebte Lösung umsetzen.

    1. Hallo Frau Juchem, danke für den Kommentar… Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu. Außerdem ist zu sagen „Wir brauchen länger als gedacht, um das alles zu analysieren!“ auch eine Rückmeldung. Liebe Grüße Heiko Banaszak

  2. Seien Sie vorbereitet!
    Gerade in Krisenzeiten: Eine gute Vorbereitung ist 80% des Erfolges.
    Wer vorbereitet ist, kann gelassener und überlegener handeln.
    Also für verschiedene mögliche Vorfälle ein Plänchen in der Tasche haben.

    1. Ich denke tatsächlich, dass man darauf nicht vorbereitet sein konnte…jedenfalls nicht in dieser Intensität. Aber auch das kann man offen sagen (siehe Kommentar von Frau Juchem). Liebe Grüße Heiko

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