Die 3 Prinzipien des konstitutionellen Denkens: Nicht der Entscheider zählt, sondern das Unternehmen!

 

140204_Heiko_BusinessDiese Woche habe ich durch Zufall beim Räumen meines Rollcontainers im Büro eines der Bücher gefunden, die mich zum damaligen Zeitpunkt sehr stark beeinflusst haben. Beim Durchblättern der inzwischen leicht vergilbten Seiten des über 10 Jahre alten Taschenbuchs bin ich über eine Passage „gestolpert“, die mich erneut inspiriert hat. Daran möchte ich Sie am heutigen Impuls teilhaben lassen:

Der Managementvordenker Fredmund Malik beschreibt in seinem Buch „Führen, Leisten, Leben“ unter der Überschrift „Management als Beruf“ die drei Prinzipien des konstitutionellen Denkens.

Prinzip 1: Die Geschicke einer Organisation dürfen grundsätzlich nicht von einzelnen Personen abhängen

Egal wie wichtig und prägend einzelne Personen auch für die Geschichte jedes Unternehmens gewesen sind und/oder in Zukunft sein mögen, das Unternehmen selbst darf nicht davon abhängig sein. Die Frage, die sich jeder Entscheider und damit auch Sie als Leser stellen sollte, ist: In welche Situation gerät mein Unternehmen, wenn ich einmal ausfalle oder das Unternehmen verlasse? Ist es weiterhin erfolgreich? Ist es robust genug, das zu verkraften? Ist das Feld so bereitet, dass ein guter Mann oder eine gute Frau nahtlos an mein Tun anknüpfen kann?

Prinzip 2: Jeder muss sich an Regeln halten!

Ein Unternehmen darf nicht von der Willkür der Person, die das Unternehmen führt, abhängen. Es muss Regeln geben, die als Leitplanken auch für die Top-Entscheider gelten. Ich habe mir das beim Lesen so vorgestellt: Es gibt ein Grundgesetzt, das nur im äußersten Notfall und nur mit Zwei-Drittel-Mehrheit geändert werden darf und das als Grundlage für alle anderen Gesetze dient.

Die Frage für Sie als Entscheider lautet: Haben Sie ein solches Grundgesetz? Wenn „Ja!“, wie lautet es? Welches sind die Leitplanken, die Ihr Unternehmen von der Willkür des Einzelnen befreien?

Prinzip 3: Die Stetigkeit der Leistung ist wichtiger als die Spitzenleistung!

Für ein Unternehmen ist es wichtig, dass es in der Lage ist, stetig auf hohem, aber machbarem Niveau zu agieren. Dafür sollte es sich aufstellen und nicht für das Erreichen kurzfristiger Spitzen. Fortlaufende Verbesserung ist nach diesem Prinzip wichtiger und entscheidender als auf den einen großen Wurf zu warten. Kontinuität ist unverzichtbares Merkmal von guten Unternehmen bedeutet im Umkehrschluss, dass ständige Kurswechsel in einem dynamischen Umfeld selbst die beste Organisation ruinieren.

Wie stetig sind Ihre Leistungen? Was zeichnet Ihr Unternehmen aus? Wer sind die Mitarbeiter, die seit Jahren stetig ihre Leistung bringen? Verdienen diese auch annähernd so gut oder mehr als die, die kurzfristig Spitzenleistungen erbringen und dann in 1-2 Jahren das Unternehmen wieder verlassen?

Malik fasst das in einer einfachen Frage zusammen:

„Wie müssen unsere Organisationen gestaltet sein, und wie muss das Management funktionieren, damit nicht nur die Zwecke der Organisation bestmöglich erreicht werden können, sondern schlechte und inkompetente Führer möglichst wenig Schaden anrichten, ihre Inkompetenz möglichst rasch entdeckt und sie leicht ersetzt werden können?“

So eindeutig die Fragen, so komplex sind die Antworten. Ich denke hier gerade an Familienunternehmen. In diesem Zusammenhang gibt es den schönen Satz: „Der Opa hat das Unternehmen aufgebaut, der Vater großgemacht und die Enkel es durchgebracht!“. Der Fehler lag aber spätestens beim Vater, der nicht konstitutionell gedacht hat. Sonst wäre sein unfähiger Sohn oder seine unfähige Tochter nicht in der Lage gewesen, das Unternehmen zu zerstören.

Ein Unternehmen muss daher seine Entscheider nicht nur suchen, sondern anschließend auch machen, erziehen und formen, sodass sie dem Wohl des Unternehmens dienen!

Wie stellt sich das in Ihrem Unternehmen dar? Wie sieht das im Kleinen vielleicht in Ihrer Abteilung aus? Handeln die nach den drei Prinzipien?

Lassen Sie es mich wie immer wissen!

Herzliche Grüße

Heiko Banaszak

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