Zentrale Aufgabe eines Entscheiders ist die permanente Anpassung – Anforderungsprofile unterliegen einem permanenten Wandel!

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Ich hatte vor kurzem noch einmal ein Buch zum Thema „Stellenbeschreibungen
und Anforderungsprofile“ in der Hand, weil ich einem Kunden bei der Formulierung helfen sollte. Dabei ist mir eines klar geworden, von dem ich glaube, dass es ein erneuter Impuls für Sie sein kann.

Viele Unternehmen haben irgendwann einmal eine Position geschaffen und waren sich darüber im Klaren, welchen Typ Mitarbeiter sie auf dieser Position brauchen und über welche Qualifikationen dieser verfügen musste.

Was mir aber immer wieder auffällt, ist, dass vielen nicht bewusst ist, dass sich das entsprechende Anforderungsprofil über die Jahre hin wandelt und ändert. Wenn eine Position einmal besetzt ist, dann ist sie besetzt! Jahresgespräche dienen dann häufig nur der allgemeinen „Hygiene“, d.h. der Wertschätzung der Mitarbeiter, dem gegenseitigen Austausch und der Vereinbarung bestimmter Ziele, die sich aber meist aus dem Operativen heraus ergeben.

Aus meiner Sicht heraus ist es mehr als sinnvoll, sich jährlich darüber Gedanken zu machen, wie sich das Anforderungsprofil einer Position verändert hat. Nur dann weiß ich, was für mich 100% bei dieser Stelle sind.

Wenn ich aber weiß, was 100% bedeutet, dann kann ich in einem Mitarbeitergespräch auch beurteilen, wo der Mitarbeiter konkret steht und welchen Entwicklungsbedarf er konkret in Bezug auf das Schließen der Lücke hat. Nur dadurch kann ein Mitarbeitergespräch auch als Führungsinstrument seine volle Kraft entfalten, weil ich eben genau definieren kann, mit welchen Maßnahmen ich im nächsten Jahr näher an die 100 Prozent herankommen kann.

Ich möchte das einmal an einem sehr plastischen Beispiel klar machen: Ihr Assistent erfüllt seinen Job „eigentlich“ ganz gut, doch irgendwie haben Sie das Gefühl bekommen, dass das alles nicht so ist wie früher. Früher waren die Präsentationen schöner, alles ging viel schneller und auch das Engagement war ein anderes.

Das Anforderungsprofil hat sich allerdings auch sehr stark geändert:

  • Kaffee macht der Kaffeevollautomat
  • Kopien macht man heute kaum noch; außerdem kann das Multifunktionsgerät fast alles von alleine
  • Windows gibt es heute in einer anderen Version als zum Einstellungsdatum des Assistenten und auch das Officepaket hat einem Wandel unterlegen
  • Die Kundenerwartungen sind heute gestiegen bzw. haben sich geändert
  • Der Stelleninhaber muss heute flexibel sein und auch einmal bei dem ein oder anderen internen Projekt mitwirken

Das alles hat natürlich auch das Anforderungsprofil verändert. Wer sehr gut mit einer Schreibmaschine umgehen konnte, muss das eben noch lange nicht mit einem Computer können.

Doch redet man offen darüber? Macht man das genauso schriftlich, wie man das bei einem bevorstehenden Wechsel auf der Position täte? Weiß der Mitarbeiter wirklich zu 100% Prozent, was Sie unter einem 100 Prozent Assistenten heute verstehen?

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Führungskräfte und Entscheider genau damit ein Problem haben. „Das ist doch klar!“, oder „Das ist doch logisch, dass man sich mit einem Wandel des Marktes auch wandeln muss!“ sind nur zwei Beispiele von Erklärungsversuchen, warum man das nicht tut.

Wie aber wollen Sie einen Mitarbeiter wirklich auf etwas hin entwickeln, was weder Sie noch Ihr Mitarbeiter selbst genau definiert haben? Das geht nicht! Ebenso wenig können Sie einen echten Stellvertreter aufbauen, der im Bedarfsfall sofort übernehmen und die Position im Zweifel sogar zukunftsorientierter ausfüllen kann.

Ich persönlich glaube, deshalb an die zentrale Rolle eines Anforderungsprofils. Sie auch?

Lassen Sie mich wie immer an Ihren Erfahrungen teilhaben. Hier wäre es schön, wenn Sie mir ein kurzes Feedback im Forum hinterlassen könnten und mir dieses nicht per Mails schicken.

Liebe Grüße

Heiko Banaszak

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